HACKERKULTUR UND RAUBKOPIERER
Eine wissenschaftliche Reise durch zwei Subkulturen

Hauptseite | Impressum

Home > Inhalt

6. Elemente der Netzkultur

6.1
6.2
6.3
6.4

Die Idee des Teilens von Software
Selbstregulation statt Kontrolle
Hacker-Ethik
Fazit Netzkultur

6.2 Selbstregulation Statt Kontrolle

6.2.1

6.2.2

Das Internet als dezentrales und freies Netzwerk
Selbstregulierende Projekte im Internet

Der Begriff der Selbstregulation wurde 1929 vom amerikanischen Physiologen Walter B. Cannon (1871-1945) eingeführt und kommt in der Systemtheorie vor. Die Systemtheorie ist ein Forschungsansatz, der das Funktionieren von Sytemen in Natur, Sozialleben oder Technik untersucht. Systemtheoretiker halten die Einhaltung von Systemregeln für notwendig, wenn Systeme fehlerfrei arbeiten sollen. Wenn diese aber immer komplexer werden, wird eine Regulation von außen zunehmend schwieriger. Dann kann es von großem Vorteil sein, wenn ein System die Fähigkeit besitzt, sich in gewissem Maße selbst in einem stabilen Zustand zu halten. In der Natur ist dieses Prinzip allgegenwärtig. So stellt zum Beispiel jeder lebende Organismus ein selbstregulierendes System dar. Er kann die zu seinem Überleben notwendigen Bedingungen, wie zum Beispiel die Körpertemperatur, von sich aus konstant halten. Durch derartige selbstregulierenden Funktionen können auch solche Systeme fortbestehen, die ansonsten durch ungehemmtes Wachstum oder nicht mehr beherrschbare Komplexität zusammenbrechen würden.

Die Idee der Selbstregulierung ist in den vergangenen Jahren im Zusammenhang mit dem Prinzip der freien Software immer weiter in den Vordergrund gerückt. Sie hat aber auch das Internet von Anfang an geprägt. Denn gerade das Internet lebt und profitiert seit jeher davon, dass jeder Benutzer als Teil der Gemeinschaft Informationen nach Belieben publizieren kann. Oft wird als Gegenargument die mangelnde Qualität der Inhalte angeführt. Doch gerade die Masse der Teilnehmer macht es möglich: Wenn jeder genug Inhalte publiziert und möglichst viele Teilnehmer mitmachen, kann ein Vergleich wiederum die Qualität garantieren. Für viele Anhänger der Freien-Software-Bewegung hat sich die Idee eines selbstregulierenden Systems als äußerst interessant erwiesen. Es eröffnet den Programmierern neue Perspektiven, ihr Wissen mit anderen zu teilen, um neue Erkenntnisse zu gewinnen. Das Prinzip bewegt sich somit weg von Zugangsrechten und Kontrolle. Zudem können so auch Projekte verwirklicht werden, die aufgrund ihrer hohen Teilnehmerzahl nur noch schwer von außen zu steuern sind.

.
Fußnoten wurden aufgrund der HTML-Formatierung entfernt.
Die gesamte wissenschaftliche Arbeit incl. Fußnoten können Sie hier downloaden:
PDF

HACKERKULTUR UND
RAUBKOPIERER

Hackerkultur und Raubkopierer

Vdm Verlag
Broschiert, 208 Seiten
EUR 79,-
ISBN: 3-639025-82-2

>> download
>> bestellen

NO COPY
Die Welt der digitalen Raubkopie

NO COPY

Das erste umfassende Buch über Raubkopien in Bezug auf die Hacker-Ethik und Hackerkultur

Klett-Cotta Verlag
Broschiert, 304 Seiten
EUR 15,80
ISBN: 3-608500-82-0

>> no-copy.org
>> bestellen