HACKERKULTUR UND RAUBKOPIERER
Eine wissenschaftliche Reise durch zwei Subkulturen

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2. Hacker und Raubkopierer in der Informationsgesellschaft

2.1
2.2

2.3

Informationsgesellschaft
Strukturen der Erstellung und Verbreitung von Raubkopien
Das Bild der Raubkopierer in der Öffentlichkeit

2.2 Strukturen der Erstellung und Verbreitung von Raubkopien

2.2.1
2.2.2

2.2.3

Typen von Raubkopierern
Verbreitungswege der Raupkopien
Erscheinungsformen von Raubkopien

Die Gesamtheit der Kanäle der Erstellung, Verbreitung und des Tauschs von Raubkopien wird als »Darknet« bezeichnet. Biddle, England, Peinado und Willman beschreiben das Darknet als »collection of networks and technologies used to share digital content. The darknet is not a separate physical network but an application and protocol layer riding on existing networks«. Als Beispiele nennen sie P2P-Filesharing, CD- und DVD-Kopieren sowie das Teilen von Seriennummern und Passwörtern per Email und über Newsgroups. Das Darknet ist laut Biddle, England, Peinado und Willman von drei Annahmen gekennzeichnet.

»1. Any widely distributed object will be available to a fraction of users in a form that permits copying.

2. Users will copy objects if it is possible and interesting to do

so.

3. Users are connected by high-bandwidth channels.«

Alle drei Annahmen treffen auf die heutige Situation der Verbreitung digitaler Güter zu. Software, Filme und Musik liegen grundsätzlich in einer Form vor, die ein Kopieren ermöglicht, da es »keinen perfekten Kopierschutz gibt - und nicht geben kann«. Digitale Medien müssen in gewisser Form immer maschinenlesbar bleiben, um vom Käufer mit Hilfe eines Computers oder CD-/DVD-Spielers konsumiert werden zu können. Eine solche Maschinenlesbarkeit aber birgt immer, auch wenn sie durch Kopierschutzmaßnahmen absichtlich gestört wird, die Möglichkeit, eine Kopie des Originals anzufertigen. Auch Janko Röttgers weist darauf hin, dass es einen vollständig funktionieren Kopierschutz nicht gibt. »Letztlich kann alles, was abgespielt werden kann, auch wieder aufgenommen werden – im Falle digitaler Medien meist sogar ohne jeden Qualitätsverlust«.

Das Kopieren ist daher für den Heimanwender generell möglich und aufgrund der gegenüber dem Original geringeren Kosten auch durchaus attraktiv. Darüber hinaus sind auch immer mehr Nutzer durch schnelle Internetleitungen miteinander verbunden. Schätzungen des »Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien« (BITKOM) zufolge soll es Ende des Jahres 2006 ca. vier Mal mehr DSL-Anschlüsse in Deutschland geben als noch im Jahr 2002. »Der Kopiermisere leisten nicht zuletzt breitbandige Internetzugänge Vorschub«. Je schneller die Internetanbindungen schließlich werden, umso schneller können auch große Dateien wie zum Beispiel Filme aus dem Internet heruntergeladen werden.

Dennoch stellen nicht alle Nutzer des Darknets oder gar alle Raubkopierer digitaler Güter eine homogene Einheit dar. Die so genannten Gelegenheitskopierer unterscheiden sich von denjenigen, die das Erstellen und Verbreiten von urheberrechtlich geschütztem Material grundsätzlich als Hobby betreiben. Inwiefern sich verschiedenen Typen von Raubkopierern unterscheiden und bei welchen von ihnen man auch von einer »organisierten Raubkopierer-Szene« sprechen kann, soll im Folgenden untersucht werden.

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